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Erfolgreich fotografieren leicht gemacht :: Category Archives
Heute im A bis Z der Photographie: S wie sofort. Geht ganz einfach: Sieht man ein wichtiges Motiv, aufnehmen. Imperativ. Aufheben, um es später zu machen wird mit Z wie zu spät bestraft, denn beim nächsten Mal stimmt das Licht nicht, oder die Mondphase, oder die Sache steht nicht mehr - oder ein Baum ist draufgefallen:
In der Dortmunder Innenstadt ist ein Baum auf [das Denkmal des Bergbauunternehmer Heinrich Schüchtermann] gestürzt und hat es schwer beschädigt. Die Feuerwehr brauchte mehrer Stunden um die 25 Meter hohe Kastanie zu zersägen und abzuräumern. Warum der Baum umstürzte ist nicht klar. [...] Büste und Marmoplatte wurden beschädigt.
[Meldung WDR Dortmund]
Heute im A bis Z der Photographie: A wie Aralsee. Liebevolle Umschreibung für das Motiv oft ungeheuer aufwertende Pfützen, Lachen und Seen aus Benzinen, Benzolen, Ölen, Schwerölen und Teeren, die sich vorwiegend auf Kokereien finden. Durchrostung und Abriss von Tanks, Kesseln und Rohrleitungen machen oft die photographische Nutzung immer neuer Aralseen auch Jahrzehnte nach Stillegung einer Anlage möglich. Eng verwandt mit den vormals in Belgien anzufindenden Grachten des Todes, Entwässerungskanäle die direkt in die Nordsee führen und gleichzeitig als Öl- und Teer-Sammelleitung benutzt wurden.

Im Pausenraum einer Kohlenwäsche (Klick = groß)
Heute im A bis Z der Photographie: S wie Stativmarken. Der Heilige Gral all derer, die sich nicht näher mit Aufbau, Eigenschaften und Charakter eines Objekts beschäftigen, aber dennoch irgendein Foto davon haben möchten - einfach das Stativ in die tiefsten auffindbaren Stativmarken der zahlreichen vorherigen Photographen am gleichen Ort aufstellen und auslösen. Stativmarkentouristen sind für das eigene photographische Werk von großem Nutzen, da sie einem nicht durchs Bild laufen können.
Heute im A bis Z der Photographie: L wie Locationfrage. Vorhin gesehen, daß der unangefochtene König des Montan-RückbausAbrisses Heinrich Becker/RBI hier in Dortmund mal wieder schneller war als der Photograph und so Stadtbildprägendes erneut nur mit dem geistigen Auge, nicht aber auf Film festgehalten werden konnte. Dabei den Gedanken gehabt, daß es wahrer Luxus und Ausdruck hinreichend ausgeprägten Geektums wäre, einfach dort zu arbeiten: stets wäre man nicht nur schneller als der Bagger, sondern würde mittels eben diesem auch noch dafür sorgen lassen können, daß die eigene Fotosammlung von historischen Aufnahmen nur so strotzt.
Aus dem A bis Z der Photographie heute T wie totphotographiert wie "schon zu oft gesehen, zu oft besucht". Totphotographieren gibt es nicht. Es gibt nur langweilige Anlagen und nicht langweilige Anlagen, Verharren bei immer gleichen Sichtweisen und Herangehensweisen und mangelnden Einsatz beim Finden neuer Perspektiven.
Da ich immer mal wieder danach gefragt werde, wie man am Besten Sprengungen fotografiert, weiter im A bis Z der Photograhie: S wie Sprengtourismus.
IN DIESEM BLOG
Das A bis Z der Photographie: S wie Sprengwut
Das A bis Z der Photographie: Index
IM INTERNET
Unfallverhütungsvorschrift BGV C 24: Sprengarbeiten
Weiter im A bis Z der Photographie:
K wie Kitsch oder Kitschphotos. Thronanwärter: Industrie bei Nacht ohne weitere Bildgestaltung, wie beispielsweise diese Chemiebude in Lünen. Geht meist mit Kitschfarben einher und geht wenn überhaupt nur dann, wenn gar nichts anderes geht. Gut geeignet indes um bei ansonsten wenig industrieaffinem Publikum Ohs, Ahs und andere Begeisterungsrufe auszulösen. Standardspruch: "Industrie kann ja doch schön sein."
Und wie kriegt man Zeichnung in die beleuchteten Bereiche, ohne daß die dunklen Bereiche völlig untergehen? Am Computer. Mehrere verschieden lange Belichtungen mit ansonsten gleichbleibenden Einstellungen (hier 60s + 15s + 2,5s bei F5,6, 50mm, ISO 50) werden elektronisch per leicht Gaußsch weichgezeichneten Ebenenmasken kombiniert. Kann in einigen Fällen sparsam eingesetzt auch bei richtigen Fotos sinnvoll sein, um starken Lichteinfall zu zügeln.

Dortmund, 1991. Photo: Kai Scharwacht

Dortmund, heute

Dortmund, in naher Zukunft
Als Flash-Animation mit Überblendung: Slideshow in groß
Im A bis Z der Photographie S wie Sprengwut. Auch A wie Abrisswahn, D wie Denkmalpolitik, verfehlte und S wie sich in die Zukunft sprengen.
Wenn eine Industrie derzeit floriert, dann das Abriss- und Sprenggewerbe. Unabhängig von teilweise bereits erklärtem Denkmalstatus und industriegeschichtlicher Relevanz einer Anlage wird so ziemlich alles abgerissen, was sich einschmelzen und so die heimischen Stahlkocher weniger Zukaufschrott benötigen lässt. Im Vergleich zur nicht geringen Abriss-Grundlast des letzten Jahrzehnts setzte in den letzten Jahren ein wahrer Boom ein. Entsprechend die Dimensionen: alleine in Dortmund wurden Areale von der zigfachen Fläche der kompletten inneren Innenstadt abgeräumt. Selbsterklärend am dankenswerterweise von Kai Scharwacht zur Verfügung gestellten und mir entsprechend der aktuellen Lage gepatchten Bildbeispiel. Vernichtet wurden: Hochofenwerk Westfalenhütte, die zum Fotozeitpunkt noch in Bau befindliche (sic!) Kokerei Kaiserstuhl III, Versuchsbergwerk Tremonia, Union-Brauerei. Oberster Sprengfreund: Oberbürgermeister Langemeyer, der unter der Erzeugung gigantischer Freiflächen, für die sich oft keine andere Folgenutzung als "grüne Wiese auf lange Zeit" erahnen lässt, "Dortmund in die Zukunft sprengen" versteht.
Nicht, daß das alles wäre. Bruchstücke der Liste dessen, was alleine in den letzten zwei Jahren verloren ging, inclusive teilweise denkmalgeschützter oder zur industriegeschichtlichen Dokumentation einmaligen Anlagen:
Weiter im A bis Z der Photographie:
B wie Blümchenphotographie, kurz für: Bienchen- und Blümchenphotographie. Schimpfwort und Mädchensportart. Genannte Lebewesen abzulichten gilt als Zeichen mangelnder Kreativität und Ausdauer bei der Suche nach geeigneten industriellen Örtlichkeiten. Die Ablichtung seltener Hütten-, Zechen- oder wie im Beispielbild Walzwerkblumen dient der Dokumentation der jeweiligen Anlage und ist daher in Ausnahmefällen erlaubt. Oft nichtmals kompatibel zu den in der Industriephotographie vorherrschenden langen Belichtungszeiten (siehe Beispiel).
Bis das Industrial Night and Magic Weblog da ist, entsprechende Beiträge einfach hier:
A wie Abwehrstrahler. Wirksamer als die Leuchtbüchse 84 mm oder andere militärische Gefechtsfeldbeleuchtung. Von Industriebetrieben stets so montiert, daß sie die gewünschte Fotoperspektive garantiert unmöglich machen, möchte man später an dem Foto nicht ohne Ende digital herumschrauben. Zwingt daher auf Fotos wie diesem zu Perspektivenänderungen. Einzige Lösung: offensiv damit umgehen und als Bildmotiv selbst nutzen. Dann entstehen Aufnahmen wie oben, und die Atmosphäre auf solchen Fotos gefällt mir immer besser - auch wenn das, was eigentlich Motiv werden sollte, natürlich in den Hintergrund tritt. Foto: Hochofenwerk in Duisburg.
FOTOS IN DER ÜBERSICHT
Hochofenwerk: klassische Perspektive
Hochofenwerk: Gegenlichtperspektive
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