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Gorbi auf Hütte

Photo: Gorbi auf Hütte

Heute vor 20 Jahren stattete der damalige Präsident Gorbatschow der Westfalenhütte einen Staatsbesuch ab. In der elektrolytischen Bandverzinkung sprach er vor 8000 Hüttenleuten.

Als 1988 Bundeskanzler Helmut Kohl zu einem Staatsbesuch in Moskau weilte, waren gerade auch Betriebsräte von Hoesch in der UdSSR zu Gast. Sie hielten schon länger Kontakte zu befreundeten Kollegen verschiedener Stahlkombinate. Der damalige Betriebsratsvorsitzende Werner Nass erhielt Wind davon, dass Gorbatschow zu einem Gegenbesuch nach Deutschland kommen sollte. Man hatte eigentlich mit alledem nichts zu tun und trotzdem, erinnert sich Nass, „haben wir ihn rotzfrech eingeladen”. Die Zusage kam prompt.

Westfälische Rundschau

Auf dem Weg nach Dortmund querte sein von Hubschraubern begleitete Sonderzug die Ruhr auf dem Herdecker Viadukt, was wir von unserem damaligen Klassenzimmer aus beobachten konnten. Ein Anblick, der sich einprägte.

Zwei Tage zuvor unterzeichnete Gorbatschow die Gemeinsame deutsch-sowjetische Erklärung, in der Deutschland und die UdSSR das Recht eines jeden Staates "das eigene politische und soziale System frei zu wählen" und das "Selbstbestimmungsrecht aller Völker" als Prinzipien ihrer Politk anerkannten. China hatte sein Massaker, Zehntausende flohen aus der DDR, und der Westen liebte einen Sowjetpräsidenten.

Der Wunsch der Hoesch Belegschaft, ihn zum Friedensnobelpreisträger zu ernennen, ging am 10. Dezember 1990 in Erfüllung.

Die Tafel befindet sich am Ort der Ansprache. Die Anlage ist entgegen der Angabe in der Runschau weiterhin in Betrieb.

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Am 3. September im Rahmen der Neuen Kolonie #2 im Projektraum Fotografie