Mal wieder: TV-Tips
Der STERN hat seine besten Tage zwar schon weit hinter sich, aber das TV-Magazin mit seiner guten Vorauswahl und leicht lakonischen Schreibe taugt nach wie vor. Daraus auch diese drei TV-Tips:
I
Montag, 10. April, 2315 - 0045, WDR Fernsehen:
WDR-dok: Kultur statt Kohle - Das neue Ruhrgebiet
Filmemacher Horst Herz aus Dortmund stellt mit "Kultur statt Kohle" seinen siebten "Heimatfilm" über das Ruhrgebiet vor. Fünf Jahre lang, von 2000 bis 2005, ist er mit seiner Kamera immer wieder auf Entdeckungsreise gegangen. Herausgekommen ist ein dichter und emotional bewegender Film über den radikalen und oft schmerzhaften Wandel einer Region der Zwischenzeit.
Wenn man Pech hat, ist das der x-te Aufguss der mit dezent provinzieller Bräsigkeit erzählten Collage "Künstler verschandeln verschandelte Industriedenkmäler vs. Kalle erzählt vom Pütt". Gelegentlich kommt aber auch etwas dabei heraus, das nicht aussieht wie ein KVR-Werbefilm.
II
Dienstag, 11. April, 2040 - 2125, arte:
Longwy: Ohne Jobs und ohne Hoffnung
und
III
Dienstag, 11. April, 2125 - 2205, arte:
Die Thatcher-Therapie
Zwei Filme, zwei Orte zweier Regionen, beide für hiesige Verhältnisse brutal deindustrialisiert: Longwy in Lothringen, ehemals völlig auf Stahl ausgerichtet, und Yorkshire in England, ehemals Bergbau pur. Während in Lothringen der Strukturwandel gar nicht klappe und ohne den nur einen Steinwurf enfernten Jobmotor Luxemburg die Arbeitslosigkeit bei 50% läge, sähe in England dank der Früchte des Thatcher-Kahlschlags alles rosig aus, wollen diese beiden Streifen vermitteln. Der kürzlich auf arte gezeigte ähnlich gelagerte Film über das französische Decazeville war eine einzige inhaltsleere, sich endlos ziehende und zum sofortigen Ausschalten nötigende Qual. Vielleicht taugt's ja dieses Mal 'was.