Mannesmann-Affäre: Esser schwer belastet, fühlt sich missverstanden
"Mit einer neuen rechtlichen Bewertung habe die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft die Beschuldigten in der Mannesmann-Affäre in Bedrängnis gebracht, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner kommenden Ausgabe. Die Abfindungen für Ex-Konzernchef Klaus Esser und Kollegen seien keine Prämien für Leistungen, die mit anderen Managergehältern verglichen werden könnten. [...] Vielmehr handele es sich um Prämien für kooperatives Mitwirken bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone. Die Aufsichtsratsbeschlüsse seien somit nicht im Interesse des Unternehmens, sondern ausschließlich im Interesse der Begünstigten erfolgt. Insgesamt flossen nach der Übernahme von Mannesmann rund 250 Millionen Mark an Prämien und Abfindungen an Manager und Pensionäre.
[...] Esser hatte im Zusammenhang mit den gegen ihn gerichteten Ermittlungen Ende Juli das Land Nordrhein-Westfalen verklagt. [...] Wegen 'massiver Rufschädigung' fordert der Manager Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 100.000 Euro und Schadenersatz für die entstanden Anwaltskosten in Höhe von ebenfalls 100.000 Euro. [...] Er könne absolut nicht verstehen, dass die Staatsanwaltschaft sich mit dem Fall befasse, sagte Esser in [einem Welt am Sonntag Interview]: 'Ich halte es nach wie vor für richtig, dass man Vorstände erfolgsorientiert bezahlen soll, nach dem, was sie für Aktionäre und Mitarbeiter erarbeitet haben. Wer aber seine eigene sozialpolitische Anschauung mit den Mitteln staatsanwaltschaftlicher Verfolgung und Rufschädigung durchsetzen will, missbraucht das Monopol des Staates'."
Entry first published 2009-05-18 00:59, last edited 2009-05-18 00:59
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