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2002July29
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Mannesmann-Zerschlagung: Nachwehen

"Nach einigen Jahren ist Knoten für die Demag Cranes & Components endlich geplatzt", so Geschäftsführer Dr. Helmut Franzen - das amerikanische Investmenthaus Kohlberg Kravis Roberts KKR erwarb 81% des Weltmarktführers bei Kranen und Hebezeugen. Der Verkauf ist Teil eines 1,7 Milliarden Euro Deals, mit dem Mannesmann Industrie/Atecs-Käufer Siemens ingesamt 7 Beteiligungen an ehemaligen Mannesmann-Betrieben im Rahmen einer strategischen Entscheidung abgestoßen hat. Siemens hält nun nur noch 19% an dem 2000 aus Mannesmann Atecs ausgegründeten Betrieb.

Vorstand, Betriebsrat und Belegschaft am Standort Wetter begrüßten die Entscheidung und machten eine "eine gewisse Erleichterung" aus, endlich "bei unserem neuen Eigentümer" angelangt zu sein, so Franzen. Man erwartet von diesem, "daß er uns schneller voranbringen kann, als das bisher unter dem großen Dach eines Konzerns möglich war".

Demag Cranes & Components, vormals Demag und als Mannesmann Fördertechnik sowie Mannesmann Dematic ehemals Teil des Mannesmann-Konzerns, erwirtschaftet mit fast 6.450 Mitarbeitern an 6 deutschen Standorten und in 19 Auslandsgesellschaften einen Jahresumsatz von 748 Mio. Euro. Davon werden 425 Mio. alleine am Stammsitz Wetter generiert. Man ist in der Region Herdecke/Wetter mit 2.600 Arbeitsplätzen, deren Sicherheit durch den Deal nicht gefährdet wird, größter Arbeitgeber.

Die feindliche Übernahme Mannesmanns durch eine wortbrüchige britische Telefongesellschaft und die anschließende Zerschlagung des ehemaligen Industrie-Riesens gilt als eines der größten Debakel der jüngeren Wirtschaftsgeschichte. Die Röhrenwerke, einst Kernstück des Konzerns, gingen zusammen mit dem Konzernarchiv an Salzgitter AG. Die anderen Industriebetriebe wurden unter dem Namen Atecs zusammengefasst und an Siemens verkauft, das wiederum die meisten der Betriebe Stück für Stück verschachert und die, die es behält, nur auf mäßig erfolgreichem Kurs führt. Gleichzeitig können die ehemaligen Vorstände Verdachte nicht entkräften, statt den Konzern zu retten einer Übernahme zugestimmt und dafür im großen Maßstab - über 300 Millionen Mark - kassiert zu haben, und die Affäre zieht ihre Kreise.

Archiveinträge zum Thema:
12.04.2002: Kongolomerate: Neues von Paul Achleitner
22.04.2002: Vodafone: heiter bis schmierig

Entry first published 2009-05-18 00:59, last edited 2009-05-18 00:59
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