Kongolomerate: Neues von Paul Achleitner
"Die Protagonisten der neuen Deutschland AG, Allianz und Deutsche Bank, haben aus dem Mannesmann-Debakel gelernt. Sie wollen den Spagat schaffen: möglichst viel aus ihren zahlreichen Firmenengagements für sich herausschlagen und gleichzeitig sinnvolle unternehmerische Konzepte umsetzen.
Derzeit arbeitet das Duo an zwei Konstruktionsplänen für eine neue Industriestruktur.
Teile von ThyssenKrupp, MG Technologies, MAN und möglichst auch noch Babcock sollen zu einer Deutschen Anlagenbau AG verschmolzen werden. Bei ThyssenKrupp kauft sich die Deutsche Bank bereits seit geraumer Zeit häppchenweise ein.
In der siechen Baubranche wollen die Finanzgiganten ebenfalls das Unterste nach oben kehren. Das Modell: eine Deutsche Bau AG, aus Stücken von Philipp Holzmann und Bilfinger Berger - weitere Gesellschafter hochwillkommen.
Der Architekt der neuen industriellen Ordnung ist Allianz- Finanzvorstand Paul Achleitner. Der frühere Topmanager von Goldman-Sachs verfolgt eine pfiffige Doppelstrategie: Beteiligungen an prosperierenden Großunternehmen wie Eon, BASF oder Münchener Rück will er abschmelzen.
Und dort, wo der Kurs seit Jahren nicht mehr hochkommt, stockt Achleitner auf oder paktiert mit anderen Großaktionären. So kann er mehr Druck auf den Vorstand ausüben, vielleicht selbst Hand anlegen und nach erfolgreichem Umbau richtig Kasse machen."
Aus dem sehr lesenswerten mehrteiligen Artikel des Manager-Magazins "Teile und Herrsche: Vor zwei Jahren fiel Mannesmann an Vodafone. Der Traditionskonzern wurde zerlegt - und liefert heute ein abschreckendes Beispiel für Restrukturierungsfälle" - Wie ein Juwel des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus von einer wortbrechenden britischen Telefonbude in Grund und Boden gerichtet wurde.
Entry first published 2009-05-18 00:59, last edited 2009-05-18 00:59
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